Pogrom – bedrohte Völker

Während meines Praktikums bei der Göttinger NGO Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) arbeitete ich für die hauseigene Zeitschrift mit dem prägnanten Titel „pogrom“.

Als einziges derartiges Medium in Deutschland porträtieren Redakteure der Menschenrechtsorganisation über verfolgte ethnische und religiöse Minderheiten. Seit 1970 veröffentlicht seit beinahe 40 Jahren und beschreibt sich selbst wie folgt:

„bedrohte Völker – pogrom“ gibt Opfern von Menschenrechtsverletzungen eine Stimme und nennt die Täter beim Namen. Wir zeigen Lösungen für Konflikte und ein friedliches Zusammenleben, die den Respekt für die Identität und Lebensweise von ethnischen und religiösen Minderheiten einschließen, und scheuen uns nicht vor unbequemen Forderungen. „bedrohte Völker – pogrom“ richtet sich an politisch wache Menschen, die sich für die Bewahrung kultureller Vielfalt einsetzen. Bei uns kommen nicht nur ausgewiesene Experten, sondern auch die Betroffenen selbst zu Wort.

Drei Monate durfte ich mich Mitarbeiterin der Redaktion nennen und recherchierte über Minderheiten aus Syrien über Brasilien und durch die Wüsten dieser Erde. In zwei Zeitschriften wurden meine Artikel veröffentlicht:

Sinti und Roma: Wir sind wie ihr!

Mehr als 15 Millionen Roma gibt es weltweit, zwölf Millionen leben allein in Europa. Mit dieser Zahl sind sie die größte ethnische Minderheit unseres Kontinents. Seit Jahrhunderten sind sie unsere Mitbewohner, aber sie leiden bis heute unter Vorurteilen, struktureller Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung. Bis heute kämpfen Roma um soziale, politische und wirtschaftliche Gerechtigkeit. Um sich Gehör zu verschaffen, rufen sie etwa Initiativen ins Leben, um Antiziganismus entschieden entgegenzutreten, gründen Galerien, die die vielfältige Kunst der Roma zeigen, oder sammeln Literatur von Romni und Romnija für eine Roma-Bibliothek in Prag.

In dieser Zeitschrift berichte ich über Brasilien zwischen Vielfalt und Ausgrenzung.

Minderheiten verschaffen sich Gehör: Aktiv, kreativ und provokativ

Protestmärsche, Petitionen oder andere provokante Aktionen: Viele Angehörige von Minderheiten lassen sich so einiges einfallen, um sich Gehör zu verschaffen. Radio machen im syrischen Bürgerkrieg, friedensstiftende Wandmalereien in Kolumbien oder Filmfestivals, auf denen indigene Regisseure ihre Geschichten erzählen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. In eigener Sache: Wir haben etwas zu feiern! Mittlerweile sind 300 Ausgaben von bedrohte Völker – pogrom erschienen. Zeit, einen Blick zurück zu werfen.

Über Wüstenrock und die Geschichte von Hawar.help berichte ich in dieser Ausgabe.

Die Zeitschrift „pogrom“ ist im Onlinehandel erhältlich.

Beitrag von Mandy Lüssenhop

Titelbild/Quelle: Stefano Ravalli via Flickr/gfbv.de

 

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