Eine Woche Niemals Schlafen in New York City

Einige Zeit habe ich in der Traumstadt New York City wahrlich einen Traum gelebt.  Ausrufe wie: „Das ist wie im Film!“ waren auch nach drei Monaten nicht selten und standen ebenso auf der Tagesordnung wie das erstaunte Augenaufreißen, wenn man mit dem Yellow Cab über die Brooklyn Bridge auf die glitzernde Skyline zufuhr. Kürzlich fragten mich einige Freundinnen während ihrer Planungen für eine Reise in die Metropole nach Tipps und Highlights, die man unbedingt gesehen und erlebt haben muss. Davon inspiriert, schrieb ich einen auf meinen persönlichen Erfahrungen beruhenden Tourguide!

Die meisten meiner Freundinnen haben sich mit einem einwöchigen Besuch ein recht straffes Programm vorgenommen. Ich sage: Kein Problem! Wenn ihr fit zu Fuß unterwegs seid und Schlaf nicht unbedingt an erster Stelle eurer Bedürfnis-Liste steht, lässt sich in wenigen Tagen locker Einiges mitnehmen. Meine bevorzugte Weise ist es definitiv, eine Stadt zu Fuß zu erkunden. Ich selbst habe hunderte Kilometer durch die Straßen New Yorks schlendernd zurück gelegt, habe mich durch Menschenmassen geschlingert, wenn ich es eilig hatte und die sich maßgeblich öfter als im verregneten Deutschland blickende Sonne genossen. Nicht umsonst ist die Vielzahl der New Yorker zu Fuß unterwegs (was sich u.a. auch in der Bilanz  übergewichtiger Amerikaner bemerkbar macht). Bei einer Woche bleibt weniger Zeit für ausgiebige Erkundungstouren, daher beruht mein Guide aus einem anständigen Mix von Spaziergängen durch Midtown Manhattan, die alle Sehenswürdigkeiten einschließen, bis zu Tipps und Tricks zum Überleben in der Subway.

New York City besteht aus fünf Distrikten: Manhattan, Brooklyn, die Bronx, Staten Island und Queens. Ich lebte etwa ein Drittel meines Aufenthaltes in Manhattan (Midtown) und zog anschließend nach Brooklyn (Greenpoint/Williamsburg), weswegen ich mich größtenteils auch auf diese Stadtteile fokussieren werde.

Midtown, Manhattan

Tag 1: Die Sehenswürdigkeiten in Midtown lassen sich eigentlich alle an 1-2 Tagen easy ablaufen. Startet einfach bei Macy’s in der 34th Street, besucht das Empire State Building in derselbigen Straße und lauft die 6th Ave hoch zum Bryant Park, wo ihr auch die New York Public Library findet (meldet euch rechtzeitig einige Tage vorher für eine der vielen interessanten Lesungen an über https://www.nypl.org/events).

New York Public Library, Bildquelle: Eigene Aufnahme

New York Public Library, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Biegt rechts in die 42nd Street und lauft diese entlang zur Grand Central Station, die definitiv einen Besuch wert ist. In der Eingangshalle gibt es leckere Backwaren und herzhafte Porridges. Wenn ihr anschließend die Lexington Ave hochlauft zur 49 Straße und dann links in Richtung Park Avenue einbiegt, bleibt einmal in der Mitte der Ampelanlage stehen und blickt die Avenue rauf und runter. Sicher kommt euch der Blick aus dem ein- oder anderen Filmchen bekannt vor (im Winter ist die Straße mit besonders schöner Weihnachtsdekoration gesäumt). Bis hierhin verlief mein täglicher Arbeitsweg (ich gehe mit jeder Wette mit: Dieser einzigartige Arbeitsweg lässt sich niemals wieder übertreffen). Führt euren Weg entlang der 49 Straße fort und erreicht schließlich zwischen 5th und 6th Ave das Rockefeller Center. Im Winter steht hier ein Weihnachtsbaum beeindruckender Größe. Ein kleines Stück weiter befindet sich die Radio City Music Hall, deren Halle mit einem wunderschönen Kronleuchter belichtet wird, der einen kurzen Blick wert ist.

Grand Central Station, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Grand Central Station, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Wenn ihr in den Genuss eines atemberaubenden Ausblicks kommen wollt, habt ihr drei Optionen. Ich empfehle das Top of the Rock, von dort habt ihr die beste Sicht – mit dem Central Park zur einen- und dem Empire State Building und dem Financial District + One World Trade Center auf der anderen Seite. Top-Tipp: Geht gegen frühen Abend hin, so könnt ihr den Ausblick bei Tageslicht sowie bei Nacht sehen und einen spektakulären Sonnenuntergang genießen. Die zweite Option, das One World Trade Center, würde sich insofern lohnen, weil es einfach tierisch hoch ist. Mit 50 USD Eintritt ist es aber auch tierisch teuer. So viel Geld für einen Ausblick auszugeben ist nicht mein Ding, daher habe ich diesen Spot ausgelassen. Die dritte Möglichkeit wäre das Empire State Building in der 34th Street. An dieser Stelle werbe ich gern für den New York (Explorer) City Pass (http://de.citypass.com/new-york), der mit ca. 120 USD relativ happig ist, jedoch sechs Attraktionen beinhaltet, die man sich relativ frei zusammenstellen kann und der es einem ermöglicht, beim Besuch sowohl des Top of the Rocks als auch des One World Trade Centers Geld zu sparen. Für die Freunde der atemberaubenden Aussicht, die gern beide Sehenswürdigkeiten erklimmen wollen, lohnt sich der Pass definitiv.

Atemberaubende Aussicht vom Top of the Rock, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Atemberaubende Aussicht vom Top of the Rock, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Außerdem enthalten sind das Museum of Modern Arts (MoMa), welches sich in der 53rd Street gelegen in unmittelbarer Nähe zum Rockefeller befindet, sowie Ellis Island. Solltet ihr euch gegen den Explorer Pass entscheiden, bieten alle Museen meist Donnerstag und/oder Freitag abends ab 17 Uhr kostenlosen Eintritt. Lasst euch von der langen Schlange, die oft einmal um den Block reicht, nicht abschrecken: Es geht wirklich fix! Ich stand nicht einmal fünfzehn Minuten an und kam ins Gespräch mit einigen netten Iren, mit denen ich dann auch das MoMa erkundete, bis ich ins Gespräch mit einem alternden Fotografen kam, der eine der Ausstellerinnen persönlich kannte.

MoMa, Bildquelle: Eigene Aufnahme

MoMa, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Nach der Erkundung des Rockefeller/Radio City Music Hall – Blocks, schlendert die 5th Ave entlang, passiert den Trump Tower (sollte es aus unerfindlichen Gründen in eurem Interesse liegen, lässt sich das Gebäude auch betreten), geht shoppen u.a. bei A&F oder Apple (wobei sich meine bevorzugten Läden ab der 14th Street Richtung Downtown lokalisieren, wo es weniger teuer und weniger überlaufen ist) oder schwelgt in (wenn auch nicht persönlichen) Erinnerungen an die 60er Jahre, wenn ihr in die Schaufenster von Tiffany’s blickt (und den Security-Guide besser nicht nach einem Frühstück fragt). Die 5th Ave führt direkt in den Central Park – esst unbedingt einen Hot Dog an den Ständen und/oder ein Pizza-Slice für einen unschlagbaren Dollar. Das ist ein Muss! Aufgrund des Zeitmangels bei einem Aufenthalt von nur einer Woche würde ich empfehlen, einfach dort essen zu gehen, wo ihr gerade seid. Günstig sind beispielsweise die zahlreichen Deli’s (in Brooklyn werden diese von zahlreichen kleinen Cafés abgelöst), wo ihr euch Lunch-Pakete selbst zusammen stellen könnt, aber an jeder Ecke gibt’s Cafés und Läden. Ich habe oft einfach riesige Muffins gegessen, die sind super günstig (Salate sind sau teuer!) und machen satt (sind eben nicht so gesund aber für eine Woche geht das schon mal klar). Sollten die Ice Rinks im Central Park noch aufgebaut sein, ist es besonders am Abend recht leer und der Eislauf lässt sich mit der beleuchteten Skyline im Hintergrund doppelt genießen.

Central Park, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Central Park, Bildquelle: Eigene Aufnahme


Eislaufen beim Central Park, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Eislaufen beim Central Park, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Auf dem Rückweg ist es dann hoffentlich bereits dunkel, sodass ihr den Broadway entlang zum Times Square laufen könnt. Ich war dort das ein- oder andere Mal, generell wird der Ort von New Yorkern gern gemieden (ihr werdet rasch feststellen, warum). Hier warten viele kostümierte Gestalten, die gern ein Foto mit euch machen möchten. Wenn ihr pro Foto keine fünf Dollar loswerden und diese beispielsweise lieber im Hard Rock Cafe ausgeben wollt, nimmt euch das aber niemand übel. In Hell’s Kitchen, Hochburg der Schwulen- und Lesbenbewegung, kann man dann lecker Abendessen gehen.

Der Times Square bei Nacht, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Der Times Square bei Nacht, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Downtown Manhattan

Tag 2: Meine persönlichen Lieblingsorte fand ich tatsächlich eher im Greenwich Village. Startet mit einem entspannten Spaziergang entlang der High Line, ein ca. 3km langes, ehemaliges Schienennetz, welches vom New Yorker Bürgermeister Bloomberg zu einer nett bepflanzten Parkanlage ausgebaut wurde. Diese führt euch automatisch zum Chelsea Market, wo es wieder wunderbares Essen gibt (u.a. auch eine israelische Süßigkeit, die ihr umsonst probieren dürft, wenn ihr lieb fragt) und welcher sich auch hervorragend für Souvenirs eignet. In Chelsea ist auch das Whitney Museum. Begeisterte „Sex and the City“ Fans gehen vom Chelsea Markt (gegenüber des Gebäudes lässt sich noch ein fixer Blick auf das Google-Gebäude werfen) in die „Magnolia Bakery“ in der Baker Street (liebe Männer, für diese Attraktion reicht es auch, Freund des leckeren New York Cheesecakes zu sein!). Diese lässt sich gut vom Ein-/bzw. Ausgang des Chelsea Marktes erreichen, indem ihr einfach die Hudson Street runter lauft. Wenn ihr von der Magnolia Bakery aus weiter schlendert, landet ihr irgendwann bei „By Chloe“, ein auf Instagram stark gehypter Burger-Spot, auf den alle New Yorker Girls, die ich traf, total abgefahren sind (war auf jeden Fall ganz lecker und fancy). In der Hudson Street ist auch ein Ort, der sich „Butcher’s Daughter“ nennt. Ihr erwartet nun sicherlich einen anderen Tipp, aber: Benutzt dort unbedingt die Toilette. Diese erfüllt vielmehr die Funktionen eines wahren Yoga-Tempels, den man so schnell nicht wieder verlassen will. Wir waren dort am Wochenende super lecker brunchen, der mit Pflanzen bewucherte Spot hat wirklich Atmosphäre. Falls Sex and the City und leckere Cheesecakes (in der Magnolia unbedingt probieren, auch wenn teuer) nicht so euer Fall sind, steigt vom Chelsea Market aus einfach in die Subway 14Street/8Ave ein und düst ins Financial District.

Die begrünte High Line, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Die begrünte High Line, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Apropos Subway: Es gibt es Wochenticket für 30/35USD, das ich dringstens empfehle. Für jede Fahrt – egal ob eine Station oder fünfzehn, egal ob verfahren oder gewollt, zahlt man 2,50 USD. Die Karte lohnt sich. Geheimtipp: Eine App mit dem aufschlussreichen Titel „NYC Subway“ erleichtert den Überblick über das Subway-Netz und bietet eine leichtere Handhabung als der blickversperrende Papier-Subwayplan aus eurem Travelguide. Vor allem wenn man an das deutsche Schienennetz gewöhnt ist, ist die New York Subway super easy: Die Wagen fahren entweder Downtown oder Uptown und dann wählt ihr halt die farblich zielführende Linie. Vom Flughafen JFK fährt die blaue Linie (A) direkt nach Midtown, das ist um Welten günstiger (2,50 USD) als Taxi (50 USD fix). Alternativ zur Subway bietet sich Uber an (mit dem Code mandyl3465ue gibt’s für uns beide eine Freifahrt im Wert bis zu 5 Eurönchen) und alternativ zu Uber bietet sich das berühmte Yellow Cab an, welches allerdings besonders bei Regen teuer wird (die Anerikaner scheinen  gemäß der Phrase „Du bist, was du isst“ buchstäblich aus Zucker zu bestehen) oder wenn das Taxameter in der Rushhour oft minutenlang bei absolutem Stillstand läuft und einen immer nervöser werden lässt.

subwaymap

Ihr werdet feststellen, dass die Straßen in Lower Manhattan nicht mehr gradlinig durchnummeriert sind sondern tatsächlich Straßennamen tragen. Dies ist der Historie New Yorks geschuldet, die eben auch irgendwo ihre Anfänge hatte und dessen ausgeklügeltes Straßennetz erst einige Zeit nachdem die ersten Einwanderer sich dort niedergelassen hatten etabliert worden ist. Ihr müsst unbedingt das One World Trade Center und das 9/11 Memorial ansehen, welches wirklich schön gemacht und durchaus ergreifend ist.

Das One World Trade Center, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Das One World Trade Center, Bildquelle: Eigene Aufnahme


Das 9/11 Memorial, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Das 9/11 Memorial, Bildquelle: Eigene Aufnahme


Das 9/11 Memorial, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Das 9/11 Memorial, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Abends kann man dann lecker in Soho, Little Italy oder Chinatown essen gehen. Meine favorisierte Gegend zum Abendessen ist das East Village (dort ist auch Trader Joe’s, ein echt cooler und günstiger Supermarkt). Diejenigen, die Abends gern ein Bierchen in einem Pub bevorzugen, gehen unbedingt zu McSorley’s Old House in der 7th Street zwischen 3rd und 2nd Ave. Das ist der ÄLTESTE PUB NYC’s und sogar Lincoln hat dort schon gesessen (sein Stuhl hängt heute an der Wand, wo ich auch den Originalartikel nach dem Untergang der Titanic in der New York Times hängen sah!). Dieser Pub wurde mir wärmstens von einer sehr guten Freundin ans Herz gelegt, die mit ihrem offenen Spirit einen ausführlichen Schnack mit dem Barmann führte, der sicher bereit ist, auch euch ein wenig über die Geschichte der Bar und New Yorks zu erzählen.

Die Federal Hall, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Die Federal Hall, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Tag 3:
Der nächste Stop wäre dann wohl der New York Stock Exchange und die Federal Hall. Ich bin ehrlich: Dort lauft ihr einmal hin, macht ein Bild und zieht wieder ab. Auf dem Weg lässt sich ein Blick auf die St. Pauls Chapel of Trinity Church werfen.

Die St. Pauls Chapel, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Die St. Pauls Chapel, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Solltet ihr nicht zu müde sein, bestellt schon einmal Karten vor für den Abend im Comedy Cellar (http://www.comedycellar.com). New York City ist einerseits bekannt für seine Comedy-Shows, andererseits für seine Jazz-Bars.

Vom Financial District aus kommt ihr dann zum Battery Park, wo ihr entweder die kostenlose Staten Island Ferry nehmen könnt, um einen Blick auf die Freiheitsstatue zu werfen, oder ihr bezahlt 17 USD und fahrt mit der Liberty Island Ferry. Inklusive ist sowohl ein Stopp auf Liberty Island, wo ihr euch die starke Frau aus Stein von Nahem ansehen könnt, als auch auf Ellis Island, dessen Museum für an der Einwanderungsgeschichte der USA Interessierte unbedingt einen Besuch wert ist. Etwa jeder zweite heute lebende US Amerikaner hat einen Vorfahren, der über Ellis Island eingewandert ist. Auf Ellis Island habe ich viel beeindruckendes gelernt. Besonders die Ausstellung im ersten Stock (2nd Floor) ist einen Besuch wert (der 1st Floor lässt sich ggf. skippen, wenn nicht viel Zeit da ist). Es gibt auch die Möglichkeit, eine kostenlose Führung (45min) mitzumachen, die relativ aufschlussreich ist und genau die Stationen abläuft, welche ein Einwanderer anlaufen musste.

Blick von der kostenlosen Staten Island Ferry auf Manhattan, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Blick von der kostenlosen Staten Island Ferry auf Manhattan, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Brooklyn Heights

Abends könnt ihr dann die Brooklyn Bridge ansteuern, da würde ich empfehlen, mit der Subway nach Brooklyn Heights (Blaue Linie A oder C zur Station High Street) zu fahren und dann in Richtung Manhattan zu laufen, damit ihr die schöne Skyline nicht im Rücken habt. Viele überqueren das beeindruckende Bauwerk am Tag, was für Fotos sicher bessere Lichtverhältnisse bietet. Beeindruckender ist es jedoch definitiv am Abend. An dieser Stelle nehmt euch unbedingt bevor ihr die Brooklyn Bridge überquert noch die Zeit, im Brooklyn Bridge Park in Dumbo vorbeizuschauen und euch einen meiner beiden Lieblingsorte zum Skyline-gucken zu gönnen. In Dumbo könnt ihr auch den berühmten Fotografie-Point der Williamsburg-Bridge in der Washington Street ansehen. Fans der YouTuberin Ingrid Nielsen Augen auf: Hier befand sich lange Zeit die kleine Residenz der in den USA berühmten jungen Dame. Hier befindet sich auch eine besonders kuschelige Filiale des berühmten Burger und Milchshake Restaurants „Shake Shakes“ (versucht, den gemütlichen Platz am Kamin zu bekommen).

Brooklyn Bridge Park, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Brooklyn Bridge Park, Bildquelle: Eigene Aufnahme


Der berühmte Blick auf die Williamsburg Bridge, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Der berühmte Blick auf die Williamsburg Bridge, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Am Samstag findet in Brooklyn Heights (mit der grünen G-Linie zur Fulton Street oder mit der blauen C-Linie nach Lafayette Ave oder Clinton-Washington Ave) der Brooklyn Flea und im Winter der Smorgasburg Winter Market statt. Letzterer findet Unterschlupf in einer wunderschönen Kathedrale. Ich habe hier einige Schnapper verhandelt, es aber auch einfach genossen, durch die antiken Gegenstände zu stöbern.

Der Smorgasburg Flea Market, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Der Smorgasburg Flea Market, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Williamsburg, Brooklyn

Tag 4:
In Brooklyn solltet ihr direkt zu DEM Spot schlechthin fahren, nach Williamsburg. Am besten geht das mit der grauen Subwaylinie (L) von der 14 Straße aus – aussteigen müsst ihr dann in der Bedford Ave, dann seid ihr auch schon Mittendrin. Schlendert die Bedford Ave einfach mal rauf und runter – ihr werdet Hipster-Secondhand Shops (Achtung: teuer!), süße Buchläden und -stände und viele nette Cafés finden. Ich war oft im „Toby’s Estate Coffee“ (N 6th Street), habe mich dort auf eines der Sofas gesetzt, ein Avocado-Toast gegessen und an meinem Bachelor-Examen gearbeitet. Zum Frühstücken ist der „Sweat Shop“ (Metropolitan Ave, an Whole Foods vorbei) sehr gut, da gibt’s brasilianische Açai-Bowls. Falls ihr generell auf Smoothie-Bowls steht, würde ich definitiv ganz hoch nordwärts zu „The Bean“ gehen – ab 18 Uhr gibt’s da „Kauf Zwei- Zahl Eins“. Empfehlenswert ist die Smoothie-Bowl mit Banane und Granola. Der beste Brunch-Spot aber ist das Five Leaves! *OMG* die Pancakes sind der O-B-E-R-HAMMER! Geht einfach von der Bedford Station straight nordwärts, am Park vorbei bis zur Ecke Nassau Ave. An genannter Ecke ist der Laden auch direkt. Ich rate, am Wochenende vor 10 Uhr zu kommen, ansonsten gibt’s eine lächerlich lange Wartezeit von bis zu einer Stunde.

Die besten Pancakes der Welt im Five Leaves, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Die besten Pancakes der Welt im Five Leaves, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Der schönste Ort, um die Skyline anzusehen befindet sich in Williamsburg. Dort habe ich übrigens auch mit atemberaubender Aussicht ins neue Jahr gefeiert! Ihr geht die Bedford Ave runter zur Grand Street und biegt dort dann (wenn ihr von Norden nach Süden geht) rechts ein in Richtung East River. Vom Grand Ferry Park hat man die schönste Aussicht!

Der Ort mit dem wohl schönsten Ausblick auf Manhattan, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Der Ort mit dem wohl schönsten Ausblick auf Manhattan, Bildquelle: Eigene Aufnahme


Der wohl schönste Ausblick auf Manhattan, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Der wohl schönste Ausblick auf Manhattan, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Abends ist Jazz angesagt! In Brooklyn war ich abends oft in Jazz-Bars unterwegs – es ist schwer, keinen Schuppen mit Live-Musik zu finden. Manchmal gibt es einen Mindestverzehr von 10 USD (bei Preisen für Bier und Wein von 8-20 USD jedoch kein Problem). Wer auf Live-Musik steht und gleichzeitig am Innenleben der New Yorker Apartments interessiert ist (ich finde es immer besonders spannend, wie Einheimische so leben und wie sie es schaffen, sich in den New Yorker Apartments minimaler Größe einzurichten), dem lege ich die Teilnahme an Sofar-Sounds (https://www.sofarsounds.com) wärmstens nahe. Auf der Webseite einfach den bevorzugten Stadtteil und Zeitpunkt nennen. Nach Datenschutz- und Geheimhaltungsprinzip wird einem die Adresse dann am Tag des Konzerts per Mail mitgeteilt. An einigen meiner New Yorker Abende habe ich an solchen Konzerten teilgenommen und fand es jedes Mal sehr bereichernd. Ahnungslos, welche Bands und Musikrichtungen den Abend gestalten werden, kann man bei selbstmitgebrachten Snacks und Getränken einen romantischen Abend genießen.
Diejenigen, die es auf mehr Action abgesehen haben, gehen zum Bowlen in die „Brooklyn Bowl“ (http://www.brooklynbowl.com/brooklyn/).

Tag 5 und 6:
…sind Museums-Tage. Nehmt euch ausgiebig Zeit für MoMa, Whitney, Brooklyn Museum, das Museum of New York History und so weiter. Vermeidet Prügeleien mit eurem Reisepartner bei der Wahl des interessantesten Museums und verbringt möglichst einen regnerischen Tag im Innern der Wissensstätten.

Abends geht ihr aber unbedingt zu mindestens einer Broadway-Show und Opernliebhaber sollten auf jeden Fall die Metropolitan Opera besuchen. Ich habe mir die Broadway-Stücke „Matilda“ und das „Phantom der Oper“ angesehen. Letzteres ist mein absolutes Lieblingsmusical, das ich in jedem Land zu jeder Zeit jedem in jeder Sprache empfehlen würde. „Matilda“ hat mich besonders wegen der jungen und sehr talentierten Schauspieler umgehauen und ist definitiv ein Stück „für die ganze Familie“, wie man so schön sagt. Die Metropolitan Opera ist der Wahnsinn. Obwohl ich regelmäßig Shit-Plätze der billigsten Preiskategorie buchte, reichten die klanghaften Stimmen bis in die letzten Ecken und das Bühnenbild war unfassbar detailreich. Ich sah „La Boheme“ und verzaubert verließ die Oper. Meine Survival-Tipps für diese Kulturstätten gelten definitiv der Ticket-Beschaffung. Günstige Preise lassen sich an den TKTS-Schaltern am Timesquare, in Downtown Brooklyn oder am South Seaport am jeweiligen Tag der Aufführung ab ca. 11 Uhr schnappen. Noch günstiger wird es, etwa eine Stunde vor Aufführungsbeginn direkt zur Veranstaltung zu gehen und dort ein Restticket zu ergattern. Hier läuft man allerdings Gefahr, keine gemeinsamen, keine guten oder gar keine Karten mehr zu bekommen. Ein weiterer, sehr bequemer Weg „to go“ ist die Bestellung via der App „TodayTix“. Eine halbe Stunde vor Aufführung steht das Team von TodayTix dann am Eingang und überreicht die reservierten und bereits online bezahlten Karten.

Die Metropolitan Opera, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Die Metropolitan Opera, Bildquelle: Eigene Aufnahme


Die Metropolitan Opera, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Die Metropolitan Opera, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Apropos „to go“: Sehr beliebt ist in New York der „Coffee to go“, Starbucks ist ein Anlaufzentrum nicht nur für hippe Teenager, sondern auch für Geschäftsmänner und Reisende. Ich möchte an dieser Stelle für die Umwelt plädieren und euch herzlichst bitten, den Kaffe direkt vor Ort ausdrücklich in einer Tasse zu bestellen und zu genießen, oder einen Mehrweg-Kaffeebecher in die Handtasche zu packen. Bestellen lassen sich zahlreiche Varianten z.B. über Amazon (z.B. über Amazon Smile, ein neues Programm von Amazon, welches es Kunden ermöglicht, leichter für Hilfsorganisationen zu spenden. Einfach bevorzugte Organisation auswählen, bestellen und Amazon spendet automatisch 5% des Produktpreises an die ausgewählte Organisation – ohne Zusatzkosten für den Kunden. An dieser Stelle plädiere ich für die Auswahl der Desert Flower Foundation von Waris Dirie, die sich im Kampf gegen FGM, Female Genital Mutilation, stark macht).

Upper Manhattan, Harlem, Coney Island, Bronx und Queens

Ich war wenig in der Upper East- oder Upper Westside unterwegs, habe mir aber sagen lassen, dass Ersteres viele fancy Food-Spots bietet. Dort befindet sich natürlich auch die Metropolitan Opera. In der Upper Westside war ich einmal, um ein SEHR interessantes und überaus empfehlenswertes Museum über die Entstehungsgeschichte New Yorks zu besuchen. Den Tipp für das Museum of New York History gab mir die bereits erwähnte gute Freundin und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Mit der Subway ist es schnell zu erreichen, indem ihr Uptown zur 103rd Street fahrt und dann von dort links in Richtung Central Park zur 5th Ave zwischen 103rd und 104th Street geht. Harlem, Upper Manhattan und Hudson Heights würde ich bei einem einwöchigen Besuch skippen. Das selbe gilt für die Bronx und für Queens (wobei in Queens die Cheesecake-Factory ist, der ich definitiv zu oft einen Besuch abgestattet habe). Sollte doch etwas Zeit bleiben, schaut euch vom Gantry Plaza State Park (mit der Lila-Subwaylinie Nr. 7 zum Vernon Blvd – Jackson Av) das UN Headquarter auf der gegenüberliegenden Seite des East River an.

Lecker! In der Cheesecake Factory in Queens, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Lecker! In der Cheesecake Factory in Queens, Bildquelle: Eigene Aufnahme

Als offiziell registrierte Sonnenuntergangs-Liebhaberin habe ich einen der schönsten Sonnenuntergänge mit Blick auf die Freiheitsstatue auf Coney Island (mit der blauen C-Linie etwa 45min. zur Endstation) erlebt. Im Sommer ist der Park definitiv einen Besuch wert, aber auch im Winter ist der Ort, an dem einem die Lautstärke Manhattans erst richtig bewusst wird, wunderschön.

Ich wünsche euch eine gute Reise!

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